Grundinformationen zur Weiterbildung: Psychosoziale Beratung
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Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Weiterbildung

Die Weiterbildung eignet sich für Sie, wenn Sie beispielsweise

  • in einem psychosozialen, pädagogischen oder pflegerischen Arbeitsfeld tätig sind,
  • in der sozialen Einzelfallhilfe oder im Gemeinwesen tätig sind,
  • im innerbetrieblichen Kontext mit Beratungssituation umgehen und das methodische Handwerk erlernen oder
  • Ihre Beraterpersönlichkeit sowie den eigenen Beratungsstil weiter professionalisieren wollen.

Zum kompetenten Umgang mit Menschen in schwierigen und belastenden Lebenssituationen und persönlichen Veränderungsprozessen gehören neben fachlichen Kompetenzen im jeweiligen Arbeitsfeld vor allem auch psychologische und kommunikative Fähigkeiten und Fertigkeiten.

In der Weiterbildung wird ein integrativer praxistauglicher Beratungsansatz erarbeitet, der in psychosozialen, pädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeldern anwendbar und erprobt ist.

Basis sowie geistiger Hintergrund dieser Weiterbildung sind vor allem methodisches Handwerk sowie Konzepte der Logotherapie und Existenzanalyse von Viktor E. Frankl, der Salutogenese von Aaron Antonovsky und anderer. Daneben fließen Aspekte und Konzepte der systemischen Beratung und der Psychotherapie ein.

In der Gruppe trainieren Sie anspruchsvolle Beratungssituationen und beschäftigen sich mit typischen Beratungskrisen sowie Interventionsmöglichkeiten.

Sie sollten bereit und aufgeschlossen sein, sich in der Einzel-,Partner- und Gruppenarbeit mit persönlichen Themen und Fragestellungen auseinanderzusetzen und Ihr Selbstverständnis sowie Ihre professionelle Beraterrolle zu reflektieren.

Ziele der Weiterbildung

Die Teilnehmenden

  • reflektieren ihre bisherige Beratungsarbeit, ihre Rolle als Berater/in im institutionellen Kontext und führen eine Standortbestimmung durch,
  • definieren „Beratung“ und grenzen sie zu anderen Verfahren ab,
  • Beratungsprozesse eigenständig planen, durchführen und evaluieren,
  • entwickeln ihre methodischen und kommunikativen Fähigkeiten weiter,
  • setzen sich mit grundlegenden Konzepten der psychosozialen Beratung auseinander,
  • erschließen sich Methoden und Konzepte des integrativen Beratungsansatzes für ihr Praxisfeld und entwickeln einen eigenen Beratungsstil,
  • bearbeiten Praxisfälle und Supervisionsanliegen aus verschiedenen Beratungskontexten,
  • üben anspruchsvolle Beratungssituationen und setzen sich mit typischen Beratungskrisen und möglichen Interventionen auseinander,
  • sichern ihren individuellen Lernerfolg und den Transfer in ihre Arbeitspraxis.

Arbeitsumfang:
88 Std. Seminar + 60 Std. Eigenstudium + 20 Std. kollegiale Intervision

Zeiten:
jeweils : 1.+2. Tag 09.00 – 18.00 Uhr 3. Tag 09.00 – 16.00 Uhr

Die Module im Überblick

1. Modul 

  • Kontakt und Erwartungsklärungen in der Gruppe
  • Standortbestimmung: Meine Rolle als Berater/in und meine bisherige Beratungsarbeit
  • Was ist Beratung im Unterschied zu Coaching und Therapie
  • Kontext von Beratung: Institution, fachliche Rolle in der Organisation und typische Beratungsanlässe, eigener Auftrag und Legitimation
  • Formen der Beratung und Phasen des Beratungsprozesses
  • Haltungen, Menschenbild und das eigene Rollen- und Selbstverständnis als Berater/in
  • Der Beratungsprozess: Prozess-Modell und Struktur-Modell
  • Das Erstgespräch und die Klärung an Anliegen und Auftrag ( Contracting )
  • Wahrnehmung von Klienten und deren Bedürfnissen, sowie der Klienten-Systeme
  • Das Kohärenz-Modell der Salutogenese als Kernorientierung in der Beratung
  • Das Beratungsgespräch und die kommunikativen Grundlagen
  • Möglichkeiten der Aktivierung von Klienten-Ressourcen im Erstgespräch
  • Praxisfälle und Supervisionsanliegen aus der Gruppe

2. Modul 

  • Reflexion der Praxiserfahrungen und des individuellen Transfers
  • Klärung der aktuellen Anliegen der Teilnehmenden
  • Vertiefung von Themen und Aspekten des Modul I
  • Die Heldenreise als Prozess
  • Das Prinzip NAIKAN
  • Beratung als Orientierungsanalyse für den Klienten
  • Beratungskonzepte II : Elemente der Logotherapie und Existenzanalyse und der Gesprächstherapie für die Beratungsarbeit ( Frankl, Rogers )
  • Beratungsverläufe und Prozess-Gestaltung
  • Anwendungen und Übungen zu anspruchsvollen Beratungssituationen
  • Krisen und Widerstände in Beratungssituationen und eigene Chancen und Grenzen von Interventionsmöglichkeiten
  • Praxisfälle und Supervisionsanliegen aus der Gruppe

3. Modul 

  • Reflexion der Praxiserfahrungen und des individuellen Transfers
  • Klärung der aktuellen Anliegen der Teilnehmenden
  • Vertiefung von Themen und Aspekten der Module I + II
  • Gewohnheiten und Suchtverhalten: Differenzialdiagnostik in der Beratung
  • Gestaltung von Neubeginn: Phasen des Übergangs
  • Klassische Rollenkonflikte in Beratungssituationen
  • Umgang mit Konfliktsituationen, Übertragung, Gegenübertragung, Projektion
  • Typische Beratungsfehler und ihre Vermeidung
  • Der Dialog: Martin Buber, David Bohm und der „Sokratische Dialog“
  • Feedback-Prozesse in der Beratungsarbeit
  • Praxisfälle und Supervisionsanliegen aus der Gruppe

4. Modul 

  • Reflexion der Praxiserfahrungen und des individuellen Transfers
  • Klärung der aktuellen Anliegen der Teilnehmenden
  • Vertiefung von Themen und Aspekten der Module I, II, III,
  • Die Biographie des Klienten und der roter Faden im Leben
  • Das Skript-Modell der TA ( Steiner) und die Salutogenese
  • Kopernikanische Wendepunkte in der Biographie und ihre Bedeutung
  • Klienten-Träume in der Beratungsarbeit
  • Gestaltung des Beratungsabschlusses
  • Praxisfälle und Supervisionsanliegen aus der Gruppe
Methoden

Seminar-Gespräch, Impuls-Vorträge, Fallarbeit, Einzel- und Gruppenarbeit, Übungen, Selbstreflexion, Transfersicherung in die Praxis, Lektüre-Arbeit, Fall-Dokumentation, Selbststudium, kollegiale Intervision

Grenzen der psychosozialen Beratung

Beratung oder Therapie?

Menschen mit psychischen Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen können im Rahmen einer psychosozialen Beratung nicht behandelt werden, denn sie ist keine Therapie und kann diese auch nicht ersetzen.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Menschen akut leiden und nicht wissen, warum und ob sie therapeutische Unterstützung durch qualifizierte Ärzte oder Psychologen in Anspruch nehmen sollten.

Im Rahmen der psychosozialen Beratung klären wir dies zu Beginn der gemeinsamen Arbeit. Wir besprechen die Situation, das akute Leiden mit seinen Auswirkungen und Einschränkungen. Im Anschluss daran kann eine Einschätzung geben werden, ob eher eine psychosoziale Beratung oder eine Therapie für hilfreich sein könnte.

Was leistet psychosoziale Beratung?

Zeit für Perspektivenwechsel

Psychosoziale Beratung bietet Klienten einen professionellen Rahmen und eine methodisch fundierte Begleitung auf dem Weg zur Klärung, Regelung und Lösung von belastenden oder konfliktreichen Themen. Im Dialog wird das konkrete Anliegen reflektiert.

Dabei ist es wesentlich:

  • die eigenen Ressourcen des Klienten zu aktivieren
  • die Perspektiven zu wechseln
  • den Selbstwert zu stärken
  • neue Handlungsoptionen zu entwickeln
  • die eigene Handlungskompetenzen des Klienten stärken
  • attraktive Zukunftsbilder zu entwerfen

Psychosoziale Beratung bietet Hilfe zur nachhaltigen Selbsthilfe und Orientierung – auch in Hinblick auf ggf. zusätzlichen fachlichen Beratungsbedarf (siehe auch Grenzen psychosozialer Beratung).

Für wen eignet sich psychosoziale Beratung ?

Psychosoziale Beratung begleitet Menschen bei der Klärung akuter Problemstellungen und Konfliktsituationen – sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich.

Der gedankliche Austausch im Dialog bringt neue Impulse und Inspiration und macht sie zu einem wirksamen Instrument bei:

  • Konflikten, Zweifeln oder Ängsten
  • tiefgreifenden Veränderungen im Leben
  • akuten Schwierigkeiten in Schule, Beruf, Gesellschaft oder Partnerschaft
  • schwerwiegenden Entscheidungen
  • der persönlichen Standortbestimmung
  • Veränderungsprozessen und Neuausrichtung
  • der Suche nach Sinn im Dasein
  • Spannungen zwischen Beruflichem und Privatem
Wie gestaltet sich psychosoziale Beratung?

In einem Erstgespräch (ca. zwei bis drei Stunden) betrachten wir als Berater zunächst die persönliche Situation des Klienten mit ihm gemeinsam : es gilt dabei das Anliegen des Klienten genau zu erfassen und zu verstehen, den Klienten in seiner Person wahrzunehmen und einen möglichen Arbeitsprozess zu skizzieren. Dafür stimmen wir die Rahmenbedingungen für eine mögliche gemeinsame Arbeit mit dem Klienten ab.

Nach dem Erstgespräch umfasst der weitere Beratungsprozess erfahrungsgemäß fünf bis sieben weitere Termine von jeweils 1,5 bis 2 Stunden – je nach Problemstellung. Danach sollten wir die im Erstgespräch vereinbarten Ziele für das formulierte Anliegen erreicht haben.

In akuten Situationen kann bereits im Erstgespräch eine erste konkrete Handlungsorientierung miteinander erarbeitet werden. So sind die erforderlichen nächsten Schritte strukturiert und bieten eine reflektierte praktische Handlungsoption.

Der Dialog steht in der Beratungsarbeit an oberster Stelle. Damit meine ich die menschliche Begegnung im Gespräch, bei der die akuten Themen und Anliegen des Klienten im Mittelpunkt stehen.

Gedanken, Gefühle, Assoziationen, Sehnsüchte, Träume, Ängste und Hoffnungen des Klienten sind dabei willkommen. Wir schauen sie gemeinsam an, ordnen und klären sie.

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